KATANA 無銘(金象嵌) 大脇毛平土迄寅
69,4cm, sori 0,9cm, Breite 2,97, Dicke 0,61cm, shinogi zukuri, chu kissaki, notare-midare hamon, itame hada, gute Politur, o-suriage nakago, 3 mekugi ana, mumei, zugeschrieben an: „SHIMOSAKA“, durch Hozon Papier der NBTHK, außerdem saidan mei in Gold(kinzogan): "O WAKIGE HIRAJI DODAN KAN(BUN)....", dann gekürzt (IKAKIRE), Echizen Provinz, Momoyama, um 1590.
Koshirae: Original tsuka mit same und schwarzer Wicklung, saya originale gunto-saya aus dem 2. Weltkrieg, wo diese Klinge als Erbstück der Familie noch einmal im Einsatz geführt wurde. Viele männliche Nachkommen ehemaliger Samurai-Familien dienten im Krieg als Offiziere. Attraktive fuchikashira in Eisen, silbertauschiert im Higo-Stil, menuki Kupfer vergoldet, Kriegerfiguren, rundes sukashi- Eisentsuba mit Paulownia-Blättern, 18.Jh.
Die Echizen Shimosaka-Schule, benannt nach der Stadt in der Echizen-Provinz ist durch einige hervorragende Schmiede bekant, wie Kunitsugu, Kanesaki, Sadakuni, Sadatsugu, Sadashige, Tsugusada, Tsuguhira und Tsuguhiro. Der unbestrittene König der Schule ist jedoch Yasutsugu, der Hofschmied und Liebling des Shogun Tokugawa Ieyasu. Er arbeitete gegen Ende der Sengoku Periode, also noch zur Koto-Zeit und signierte seine Klingen mit "Shimosaka", bis ihm um 1607 von Ieyasu das Recht verliehen wurde, den Namen "Yasu" zu führen. Er nannte sich von da an Yasutsugu. Er stellte bei weitem die meisten Klingen der Schule her und seine Schule bestand noch bis hin zur Meiji-Zeit. Unsere Klinge stammt aus seiner "Shimosaka" - Periode.
Yasutsugu- Klingen galten als extrem scharf. Als zu Beginn der Shinto Zeit das Testen von Klingen an menschlichen Körpern populär wurde, standen seine Klingen als Teststücke an erster Stelle. Das Testen von Klingen an Körpern, "tameshigiri" genannt, war ein Monopol des Tokugawa Shogunats und wurde bis ins 19.Jh. praktiziert. Es wurde zumeist an Leichen hingerichteter Verbrecher, aber auch an zum Tode Verurteilten durchgeführt.
Die getesteten Klingen sind zumeist älter als der Test selbst. Für den Besitzer eines Schwerts hatte eine Inschrift mit einem erfolgreichen Test einen enormen Wert. Die Prozedur war jedoch sehr formalisiert, stand unter strenger Kontrolle der verantwortlichen Beamten des Shogunats und war wohl auch für die damaligen Verhältnisse enorm kostspielig. Man findet dieses "saidan mei" oder auch "tameshi mei" zumeist nur auf sehr hochwertigen Klingen. Die besten Klingen konnten bis zu 3 Körper mit einem Hieb durchtrennen.
Das Testergebnis wurde dann nachträglich in die Angel eingeschlagen und je nach Geldbeutel des Auftraggebers mit Silber oder Gold eingelegt. Mit der vorliegenden Klinge wurde ein "wakige"-Schnitt vorgenommen, also quer durch den Brustkorb in Höhe der Achselhöhlen. Die Klinge drang bis in den "dodan" ein. Der dodan ist ein Erdhügel, auf dem der Körper festgebunden wurde.
Zum besseren Verständnis empfehlen wir zu diesem Thema folgendes (englischsprachige) Buch:
"Tameshigiri - The History and Development of Japanese Sword Testing" von Markus Sesko
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