TACHI 鬼塚吉國
Nagasa 71,3cm, kasane 6,8mm, motohaba 3,35cm, shinogi zukuri, chu- kissaki, komaru boshi, suguha hamon in ko-nie deki, ko-itame hada mit ji-nie, gute Politur, ubu nakago, 3 mekugi ana, ungewöhnliche und seltene Rillengravur direkt auf dem shinogi, Gold-habaki, fehlerfreie Klinge, zugeschrieben an: „ONITSUKA YOSHIKUNI“, durch Papier der NTHK(NPO), Chikugo-Provinz, Shinto-Zeit, um 1650.
Koshirae: Die vorliegende Schwert ist ein Tachi. Die damals gebräuchlichen sehr langen Tachi mit Schneidenlängen von teilweise über 1 Meter waren beim Kampf zu Fuß und in Gebäuden zu unhandlich. Deshalb wurden fast alle dieser langen Klingen in der Shinto-Zeit gekürzt. Die Itomaki- No- Tachi- Montierung für diese frühe Shinto Klinge wurde etwa im 19.Jh. hergestellt und ist in sehr gutem Zustand. Diese Montierungen sind mittlerweile sehr selten geworden. Sie wurden ausschließlich zusammen mit der Rüstung(yoroi) von hochrangigen Samurai getragen. Die Wicklung auf der saya sollte ursprünglich verhindern, dass der Lack auf Rüstung oder saya verkratzte. Die Itomaki- No- Tachi- Montierung für diese frühe Shinto Klinge wurde etwa im 19.Jh. hergestellt und ist in sehr gutem Zustand.
Onitsuka Yoshikuni war ein wirklich guter und hochangesehener Schwertschmied. Er wurde 1574 in Oshu geboren und arbeitete dann für das Tanagura Lehen. Später zog er in die Provinz Chikugo (heute Präfektur Fukuoka), weil sein Kriegsherr und Daimyo, Tachibana Muneshige, das dortige Yanagawa Lehen übernahm. Es gibt Aufzeichnungen, dass er mit 77 Jahren, im Jahr 1650, immer noch Schwerter hergestellt hat. Diese Klinge wird von der NTHK auf etwa 1650 datiert. Man glaubt, dass zwischen 1640 und 1650 sein Sohn, der auch Yoshikuni hieß (die zweite Generation), ihm oft beim Schwertschmieden geholfen hat. Das nannte man "Daisaku", also gemeinsames Arbeiten. Schwerter, die von Onitsuka Yoshikuni gemacht wurden, werden für ihre Qualität bewundert und gelten als besonders scharf und stabil. Yoshikunis Schwerter waren so gut im Schneiden, dass er als "Wazamono Toko" anerkannt wurde. Das bedeutet so viel wie ein Meister im Herstellen von Waffen, die wirklich gut schneiden konnten. Vermutlich wurde diese Klinge deshalb einem Schnitt-Test an einem menschlichen Körper unterzogen, durchgeführt vom offiziellen Schwerttester der Tokugawa Regierung, YAMADA ASAEMON. Klingen mit solchen Inschriften(tameshi mei oder saidan mei) sind sehr selten.
Auf der omote- Seite das kiri-tsuke mei: "Kagomaru Yamada Asaemon" (Der Schwerttester und Sachverständige, Yamada Asaemon verleiht dem Schwert den Namen Kagomaru, "Großer Korb").
Auf der ura-Seite der Test: "Meiwa Roku Nen Jyunigatsu Denma-choh Ni Oite Ryosha Dodanbarai" (Körper, auf einem Sandhügel festgebunden, unterhalb des Nabels quer durchtrennt. In Denma im Dezember 1769). Denma gehörte zu den größten Gefängnissen und Hinrichtungsstätten im Japan der Edo-Zeit.
Das Testen von Klingen an Körpern, "tameshigiri" genannt, war ein Monopol des Tokugawa Shogunats und wurde bis ins 19.Jh. praktiziert. Es wurde zumeist an Leichen hingerichteter Verbrecher, aber auch an zum Tode Verurteilten durchgeführt.
Die getesteten Klingen sind fast immer älter als der Test selbst. Bei dieser Klinge erfolgte der Test etwa 120 Jahre nach der Herstellung.
Für den Besitzer eines Schwerts hatte eine Inschrift mit einem erfolgreichen Test einen enormen Wert. Die Prozedur war jedoch sehr formalisiert, stand unter strenger Kontrolle der verantwortlichen Beamten des Shogunats und war wohl auch für die damaligen Verhältnisse enorm kostspielig. Man findet dieses "saidan mei" oder auch "tameshi mei" zumeist nur auf sehr hochwertigen Klingen. Die besten Klingen konnten bis zu 7 Körper übereinander mit einem Hieb durchtrennen. Das Testergebnis wurde dann nachträglich in die Angel eingeschlagen Mit der vorliegenden Klinge wurde ein "ryokuruma"-Schnitt vorgenommen, also quer durch den Bauch, Wirbelsäule und Hüftknochen, einer der schwierigsten Schnitte.
Zum besseren Verständnis empfehlen wir zu diesem Thema folgendes (englischsprachige) Buch:
"Tameshigiri - The History and Development of Japanese Sword Testing" von Markus Sesko
Der Schwertschmied Yoshikuni arbeitete vor allem für den Lehnsherr und Fürsten von Yanagawa, Tachibana Muneshige. Dieser Daimyo war ein großer Feldherr und kämpfte in zahlreichen Feldzügen und Schlachten während der kriegerischen Sengoku Periode, z.B. in Korea bis hin zur entscheidenden Schlacht bei Sekigahara. Obwohl er während der Machtkämpfe um das Shogunat teilweise auf der Seite von Hideyoshi gegen Tokugawa Ieyasu kämpfte, bekam er später seine Lehen zurück, da er ein so hervorragender Kämpfer und Feldherr war und Ieyasu ihn auf seiner Seite haben wollte. Er wurde sogar Berater von Ieyasus Sohn. Yoshikuni schmiedete dann auch Klingen für die Tokugawa Familie. Der berühmte Fürst der Mito-Residenz, Tokugawa Mitsukuni(1628-1701), führte ebenfalls eine Klinge von Onitsuka Yoshikuni und gab ihr den Namen Yaregoromo(zerschlissene Kleidung)
Vermittlung von Privat
Bewertung
| Hawley |
35P. |
| Toko Taikan |
4,5 Mio Yen |
| Fujishiro |
Jo-Saku |
| Kaiho Kenjaku |
Wazamono(scharf) |