Asienkunst

Langschwerter

Daisho & Katana

Literaturhinweise

Markus Sesko: Lexikon der Japanischen Schwertschmiede
W.M. Hawley: Hawley´s Japanese Swordsmiths
Honma & Ishii: Nihonto Meikan
Tokuno: Toko Taikan
Fujishiro: Nihon Toko Jiten
Afu Watson: Nihonto Koza
Iimura: Koto-, Shinto- und Shinshinto Taikan

... und viele mehr finden Sie auch in unserer Bücher Sektion.

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KATANA (枝菊紋) 近江守源久道

63,7 cm, shinogi zukuri, sori 1,1cm, Motohaba: 3,08 cm, Motokasane: 0,70cm, Sakihaba: 2,05cm, ko-itame hada mit ji-nie, niedeki gunome-notare-hamon und toran-ba mit sunagashi und kinsuji, hakikake boshi, ubu nakago mit 1 mekugi ana, signiert: "EDAGIKU", "OMI (NO) KAMI MINAMOTO HISAMICHI" (1. Gen.), NBTHK-Tokubetsu-Hozon-Papier, sehr gute Politur, Mishina-Schule, Yamashiro, Enpo(1673-1681).

 Im shirasaya.

Koshirae: buke-zukuri Montierung, Griff mit schwarzer same, gebunden mit braunem Leder, attraktive Eisen- fuchigashira mit Silbereinlagen im Higo-Stil, runde Eisen-tsuba mit Silbereinlagen im Higo-Stil, saya roiro-Schwarzlack mit kojiri. Beschläge Edo-Zeit, Montierung restauriert, mit tsunagi.




Herkunft: Hisamichi I war, ebenso wie Yoshimichi I, ein Sohn des Schwertschmieds Kanemichi, dem Begründer der Mishina-Schule. Er gilt als 5ter Sohn von Kanemichi.

Der Schmied: Hisamichi I, wurde 1626 als "Hori Tarobei" in Nomura, Omi-Provinz, geboren. Er ist auch mit dem Vornamen "Rokurobei" gelistet. Er ging dann nach Kyoto und studierte unter der 2. Gen. "Iga no Kami Kinmichi". Ihm wurde erlaubt, den Familiennamen Mishina zu tragen und sukzessive erhilt er die Ehrentitel "Omi no Daijo" und "Omi no Kami", sowie das Recht, die Chrysantheme(Kiku Mon) auf die Angel zu gravieren. Von ihm sind Klingen bekannt aus der Zeit von etwa 1665 bis etwa 1704. Er war einer der "Kyo-go kaji" (Die 5 Meister von Kyoto), die gute Beziehungen zum Kaiserhof unterhielten. Er härtete vorwiegend den gunome Hamon mit toran-notare wie bei der vorliegenden Klinge. Er starb 1711 im Alter von 85 Jahren.

Bewertung
Hawley: 45 Punkte
Toko Taikan: 4,5 Mio. Yen
Fujishiro: Jo-Saku
Kaiho Kenjaku: Ryo-Wazamono (sehr scharf)
785
Preis
9.500,00 €
784a

KATANA 丹波守吉道(大阪)

65,8 cm, shinogi zukuri, sori 1,0cm, Motohaba: 2,78 cm, Motokasane: 0,57cm, Sakihaba: 1,99cm, itame hada mit ji-nie, erst ab dem hamachi ein suguha-hamon, dann ein breiter sudare-ba, ubu nakago mit 1 mekugi ana, signiert: "TANBA (NO) KAMI YOSHIMICHI"(Osaka, 3. Gen.), NBTHK-Tokubetsu-Hozon-Papier, sehr gute Politur, Mishina-Schule, Settsu-Provinz, Genroku(1688-1704).

 Im shirasaya.

Koshirae: buke-zukuri Montierung, same-Griff, gebunden mit schwarzer Seide, attraktive fuchigashira in shakudo mit Gebäude und Flußlandschaft in shakudo, Kupfer und Gold, Nara-Schule, signiert: "Nara Masashige", runde shakudo-tsuba, schwarze strukturierte Lacksaya mit kojiri. Edo-Zeit. Mit tsunagi.




Herkunft: In der späten Muromachi-Zeit zog der Schwertschmied Kanemichi von der Mino-Provinz nach Settsu. Er gilt als Begründer der Mishina-Schule. Seine Schüler teilten sich in mehrere Zweige. Die Hauptzweige waren Kyo-Tanba und Osaka-Tanba. Diese Schüler von Kanemichi entwickelten als erste die für die Schule tpische und einzigartige Sudare-ba Härtelinie. Dieser Hamon hat seinen Namen von einem Bambus-Vorhang, da da er aus mehreren streifenartigen Härtelinien besteht. Diese Technik wurde nur von den Mishina-Yoshimichi-Schmieden beherrscht. Die Herstellung bleibt bis heute ein Familiengeheimnis.

Der Schmied: Yoshimichi III war der Sohn der 2ten Gen. Yoshimichi, sein Familienname ist unbekannt.. Er härtete vorwiegend den Sudare-ba. Er arbeitete im Stil des Vaters. Seine Klingen waren scharf und werden hoch bewertet.

Bewertung
Hawley: 20 Punkte
Toko Taikan: 2,5 Mio.Yen
Fujishiro: Chu-Jo-Saku
Kaiho Kenjaku Wazamono(scharf)
784
Preis
9.500,00 €
4

KATANA 源宗次(伊豫掾)

68,8 cm, shinogi zukuri, sori 0,7cm, Motohaba: 2,68 cm, Motokasane: 0,65cm, itame hada, lebhafter gunome-hamon, suriage nakago mit 3 mekugi ana, signiert: "MINAMOTO MUNETSUGU(IYO no JO)"(2. Gen.), NBTHK-Hozon-Papier, gute Politur, Hizen-Munetsugu-Schule, Hizen-Provinz, Genna-Kanei(1615-1644).

 Im shirasaya.

Koshirae: Originale buke-zukuri Montierung, same-Griff, gebunden mit schwarzer Seide, Mino-goto Fuchigashira shakudo nanako mit Blumenrelief, menuki Blumen in shakudo, Kupfer und Gold, aoi-tsuba in Kupfer mit Silberauflage, schwarze roiro Lacksaya mit rotem Lackdekor. Alles Edo-Zeit. Mit tsunagi.




Herkunft: Der Vater(gleichen Namens) und die gesamte Familie waren Priester des Shinto-Tempels Tenman-gu in Nagase und schmiedeten Schwerter nebenbei. Er arbeitete im Stil von Yamato und Shizu. Er galt als hervorragender Schmied und man sagt, der berühmte Hizen Schmied Tadayoshi sei sein Schüler gewesen, bevor er bei Umetada Myoju studierte. 1606 erhielt er den Ehrentitel "Iyo no Jo" und um 1608 zog er in die Burg Saga und schmiedete dort ebenso wie Tadayoshi für den Nabeshima Daimyo. Er starb 1632.

Der Schmied: Minamoto Munetsugu II, bürgerlicher Name Sakai Rinjuro, studierte bei seinem Vater. Nach dem Tod des Vaters 1632 verlieh ihm sein Herr, der Daimyo Nabeshima Katsushige den Schmiedenamen Muneyasu, den er später in Masatsugu und schließlich in Munetsugu änderte. Etwa um 1634 erhielt er wie sein Vater vor ihm, den Ehrentitel Iyo no Jo, den er aberselten benutzte. Die vorliegende Klinge ist etwa um diese Zeit entstanden. 1634 schmiedete er auch im Auftrag der Stadt Kyoto eine Klinge als Geschenk für den Shogun Tokugawa Iemitsu, die als besonderes Meisterwerk galt. Er arbeitete im Stil des Vaters und seine Klingen werden noch höher bewertet. Er starb 1683

Bewertung
Hawley: 70 Punkte
Toko Taikan: 6,5 Mio. Yen
Fujishiro: Jo-Jo-Saku
783
Preis
8.300,00 €
10

KATANA 備前國長船住祐定十六代孫友俊

75,2 cm, shinogi zukuri, sori 2,4cm, Motohaba: 3,2 cm, Motokasane: 0,70cm, itame hada, lebhafter gunome-choji hamon, ubu nakago mit 1 mekugi ana, signiert: "BIZEN KUNI OSAFUNE JU SUKESADA JYUU ROKU DAI MAGO TOMOTOSHI", NTHK-Papier, sehr gute Politur, Bizen-Yokoyama-Schule, Bizen-Provinz, Shinshinto, um 1868.

 Im shirasaya.

Koshirae: Originale buke-zukuri Montierung, same-Griff, gebunden mit schwarzem Leder, Fuchi Eisen, kashira shakudo nanako mit Drachen in Gold, menuki Tempelwächter(nio) in shakudo, Kupfer und Gold, mokko- Eisentsuba mit erhöhtem Rand, schwarze ishime-Lacksaya mit Goldlackdekor. Alles Ende der Edo-Zeit. Mit tsunagi.




Die Provinz Bizen war wohl die einzige, in der ununterbrochen vom 8.Jh
bis zum 19.Jh Schwerter für den Kampf geschmiedet wurden. Im Zentrum des Geschehens das Dorf Osafune, das selten in einer Signatur fehlt. Bizen
wurde früh zum Schmiedezentrum, da die natürlichen Voraussetzungen ideal waren. Es gab genügend eisenerzhaltigen Sand, klares Wasser und
genügend Holz für die Schmiedeöfen. Ebenso gut war die Anbindung an die Hauptstraßen des Landes. Unzählige Klingen mit der Signatur Bizen
Sukesada wurden hier hergestellt, die meisten natürlich in der Koto Zeit.

Die Bizen Yokoyama Schule der Shinto und Shinshinto- Zeit war für ihre
qualitativ hochwertigen Klingen berühmt. Diese Schwerter waren im
allgemeinen etwas sorgfältiger gearbeitet, als die massenhaft
hergestellten Bizen-Klingen der kriegerischen Sengoku Periode. Die
Yokoyama Schmiede waren für ihren spektakulären gunome-choji Hamon
bekannt, wie es diese Klinge gut dokumentiert.

Der vorliegende Sukesada war der letzte der legendären Bizen-Osafune-Sukesada-Schmiede. Er hieß mit bürgerlichem Namen Yokoyama Gennoshin und wird deshalb als "Gennoshin Sukesada bezeichnet. Er studierte um 1860 unter dem berühmten Schmied Yokoyama Sukekane. Seine Schaffenszeit fiel in die ereignisreiche "bakumatsu"-Zeit und dauerte bis zum Ende der Samurai-Ära gegen Ende des 19.Jhds. Diese Zeit war von vielen Rebellionen gegen die Regierung geprägt und es wurden noch zahlreiche Schwerter gefertigt, bis das 1876 erlassene Schwerttrageverbot in der Öffentlichkeit(haitorei) von der Meiji-Regierung endgültig durchgesetzt wurde.

Die vorliegende Klinge ist ein besonders schönes Stück. Sie hat noch die unveränderte Originallänge und zeigt eine beeindruckend lange kissaki im Stil der Nambokuchyo Periode. Dieser Stil, nagamaki naoshi, war bei den Samurai der Shinshinto Zeit wieder sehr beliebt.

Bewertung
Kaiho Kenjaku: wazamono (scharf)
782
Preis
8.900,00 €
7

Katana 固山宗次

69,1cm, sori 1,7cm, motohaba 3,0cm, motokasane 0,72cm, shinogi zukuri, chu kissaki, choji-midare hamon, ko-itame hada mit ji-nie und chikei, gute Politur, suriage nakago, 2 mekugi ana, unsigniert, zugeschrieben an: "KOYAMA MUNETSUGU", durch Papier der NTKS, Bizen-Yokoyama-Schule, Bizen-Provinz, Edo-Zeit, um Tenpo(1830-1844), im shirasaya.

Koshirae: Elegante Buke-zukuri-Montierung, Fuchigashira in shakudo nanako mit shishi. Eisentsuba, rund, Kirschblüten im Relief mit kleinen Goldeinlagen, Griff mit blauer Seidenwicklung, menuki shishi in shakudo und Gold, schwarze roiro-Lacksaya, mit tsunagi.

Munetsugu wurde 1802 in Shirakawa, Oshu Provinz, geboren. Sein bürgerlicher Name war Koyama Sobei. Er studierte das Schmieden bei Kato Tsunahide, aber sein persönlicher Lehrer war wohl Chounsai Tsunatoshi. Nach seiner Lehre arbeitete er in Edo für die Matsudaira, die Daimyo des Kuwana Lehens. Seine Klingen wurden ausgiebig und erfolgreich von berühmten Schwerttestern, wie Yamada Asaemon und Yamada Gosaburo getestet. Durch den intensiven Kontakt mit diesen Testspezialisten konnte er die praktische Schneidfähigkeit seiner Klingen verbessern. Die Schönheit seiner Schwerter im Bizen-Stil, insbesondere die aus der Tenpo-Zeit, ist legendär. Die japanische Literatur wie der Nihonto Koza, hält ihn für den überragensten Meister des Bizen Stils in der Shinshinto-Periode. Zu seinen Abnehmern zählten viele Prominente seiner Zeit, wie die Daimyo von Furukawa, von Uwajima und natürlich die Matsudaira Familie. Außerdem der damals berühmte Yokozuna Sumo Ringer Inazuma Raigoro.

Bewertung
Hawley 80 Punkte
Toko Taikan 7 Mio. Yen
Fujishiro Jo-Jo-Saku (sehr sehr hohe Qualität)
779
Preis
7.900,00 €
Uj406 047

Katana 加州住藤原辻村四郎右衛門兼若造

67,7cm, sori 1,5cm, motohaba 2,82cm, motokasane 0,66cm, shinogi zukuri, bo-hi, chu kissaki, hakikake-boshi, hako-midare hamon, itame hada, gute Politur, ubu nakago, 2 mekugi ana, signiert omote: "KASHU JU FUJIWARA TSUJIMURA SHIROUEMON KANEWAKA TSUKURU", datiert ura: "ENPO HACHI NEN HACHIGATSU KICHIJITSU" (Ein glücklicher Tag im August 1680), mit Papier der NTKS, Kaga Provinz.


Koshirae: klassische buke-zukuri-Montierung, glatte fuchigashira in shakudo, quadratisch gerundete shakudo-tsuba mit Durchbrüchen, tsuka schwarz gewickelt, menuki Federn in shakudo und Gold, schwarze Lacksaya mit feinem Streifendekor, alles Edo-Zeit, mit sageo und Schwertbeutel.


Der ursprünliche Gründer der Kanewaka-Schule arbeitete um Bunmei (1469-1487) in Mino und nannte sich selbst einen Nachfahren des berühmten Shizu Saburo Kaneuji. Die 5. Generation seiner Linie zog um 1605, also zu Anfang der Edo-Zeit, nach Kaga und gilt seitdem als 1. Generation der Kaga-Kanewaka-Schule. Er gilt als bester Shinto-Schmied der Kaga-Provinz und seine Klingen waren schon zur damaligen Zeit exorbitant teuer.

Die vorliegende Klinge stammt von seinem Enkel, der 3. Generation Kanewaka, dessen Klingen denen des Vaters und Großvaters an Qualität kaum nachstanden. Er war der älteste Sohn der 2. Gen. und erbte den Schmiedenamen beim Tod seines Vaters. Sein bürgerlicher Name war „Tsujimura Shiroemon“ und auch er bezeichnete sich als Nachfahre von Shizu Saburo Kaneuji, dem berühmten Gründer der Mino-Tradition. Er arbeitete überwiegend um Enpo und Genroku(1673-1704) verstarb im Mai 1711.

Seltene Klinge mit guter ungekürzter Nakago und voller Signatur mit Datierung. Der Stil ist typisch für den Schmied mit hako-midare hamon, bo-hi und hakikake boshi.

Bewertung
Hawley 30 Punkte
Toko Taikan 3 Mio. Yen
Fujishiro Jo Saku (Hohe Qualität)
Kokon Kaji Biko Wazamono (scharf)
778
Preis
7.500,00 €
776 a

KATANA 備前國壽光

69,7cm, sori 2,0cm, motohaba 3,16cm, motokasane 0,71cm, shinogi zukuri, chu kissaki, suguha hamon, itame hada, sehr gute Politur, ubu nakago, 1 mekugi ana, signiert omote: "BIZEN (NO) KUNI TOSHIMITSU", (Tachi-Mei), ura-mei: "HOREKI SANNEN NIGATSU KICHI JITSU SAKU KORE" (Gemacht an einem glücklichen Tag im Februar 1753), und: "TAKATORI TOICHIRO, KEIO SANNEN HACHIGATSU" (Takatori Toichiro, im August 1867), mit Hozon Papier der NBTHK, Bizen-Yokoyama-Schule, Bizen-Provinz, Edo-Zeit, 1753, im shirasaya.

Koshirae: Elegante Buke-zukuri-Montierung, Fuchigashira in shakudo nanako mit kamon in Gold und shakudo, Eisentsuba, mokko-Form, stilisierte Wolken in shakudo mit kleinen Goldeinlagen als Regen, die hitsu sind mit shakudo verschlossen, Griff mit weißer Seidenwicklung, menuki shakudo und Gold, schwarze roiro-Lacksaya. Tsuba mit Hozon-Papier der NBTHK.

Toshimitsu, bürgerlicher Name: Yokoyama Shichibei, war eigentlich die 9. Gen. "Sukesada" der Bizen-Yokoyama-Schule. Bis etwa 1752 signierte er auch mit "Bizen no Kuni Osafune ju Shichibei Sukesada". Ab 1753 mußte er auf Geheiß seines Lehnsherrn, Fürst Ikeda Tsugumasa, seinen Schmiedenamen in "Toshimitsu" ändern. Toshimitsu verstarb am 21. April, 1771, im Alter von 57 Jahren. Interessant und selten ist, dass ein Samurai names Takatori Toichiro, der später diese Klinge um 1867 erwarb, seinen Namen und das Datum auf die Angel einschlagen ließ. Im Gegensatz zu den meisten Schmieden der Bizen-Yokoyama-Schule hat Toshimitsu häufig den Suguha Hamon gehärtet und nicht den Choji-Midare Hamon. Seine Klingen werden im Japanischen Toko Taikan mit 3 Millionen Yen sehr hoch bewertet.

Bewertung
Hawley 15 Punkte
Toko Taikan 3 Mio. Yen
776
Preis
8.000,00 €
771 a

KATANA 陸奥会津住爲直

69,7cm, sori 1,1cm, motohaba 3,10cm, motokasane 0,65cm, shinogi-zukuri, hamon: notare mit gunome, itame hada. sehr gute Politur, ubu nakago mit 2 mekugi ana, signiert omote: "MUTSU AIZU JU TAMENAO" , Schärfetest ura: "OITE EDO KYOWA 3 GAI TOSHI 3 GATSU 28 HI YAMADA YOSHITAKA WAKIGE DODAN BARAI", mit Tokubetsu Hozon Papier der NBTHK, Iwashiro- Provinz, Tadayoshi-Schule, Shinto Periode, gefertigt etwa zwischen 1801 und 1803. Im Shirasaya.

Koshirae: original- Shingunto-Montierung aus dem 2ten Weltkrieg. Komplett und von außergewöhnlich gutem Erhaltungszustand. Auf dem Kashira ist, wie es bei Offizieren aus Adelsfamilien üblich war, das Familienwappen(kamon) in Silber aufgebracht. Abkömmlinge von Samurai- Familien, die im 2ten Weltkrieg als Offiziere der kaiserlichen Armee dienten, hatten das Recht, die ererbten Familienklingen als Ordonnanzwaffen bei diesem wohl letzten kriegerischen Einsatz zu führen.

Tamenao arbeitete etwa von 1801 bis 1844. Er war der Sohn der 7ten Generation Aizu-Shimosaka Tametaka und hieß mit bürgerlichem Namen Shimosaka Daikichi. Er signierte auch mit "Tamenobu". Das Datum der Herstellung dieser Klinge läßt sich ziemlich genau bestimmen, da der Schnitttestvom Schwerttester Yamada Yoshitaka 1803 durchgeführt wurde und dieser wahrscheinlich direkt nach der Herstellung erfolgte. Übersetzung des tameshi-mei: "Am 28. März 1803 in Edo zerteilte Yamada Yoshitaka einen Körper bis zum dodan mit einem Wakige-Schnitt" (dodan ist der Erdhügel, auf dem die Körper befestigt wurden).

Das Testen von Klingen an Körpern, "tameshigiri" genannt, war ein Monopol des Tokugawa Shogunats und wurde bis ins 19.Jh. praktiziert. Es wurde zumeist an Leichen hingerichteter Verbrecher, aber auch an zum Tode Verurteilten durchgeführt.
Die getesteten Klingen sind zumeist älter als der Test selbst. Bei dieser Klinge ist das anders. Die aktive Zeit des Schwerttesters Yoshitaka fällt genau in die Herstellungszeit der Klinge.
Für den Besitzer eines Schwerts hatte eine Inschrift mit einem erfolgreichen Test einen enormen Wert. Die Prozedur war jedoch sehr formalisiert, stand unter strenger Kontrolle der verantwortlichen Beamten des Shogunats und war wohl auch für die damaligen Verhältnisse enorm kostspielig. Man findet dieses "saidan mei" oder auch "tameshi mei" zumeist nur auf sehr hochwertigen Klingen. Die besten Klingen konnten bis zu 7 Körper übereinander mit einem Hieb durchtrennen.
Das Testergebnis wurde dann in die Angel eingeschlagen. Mit der vorliegenden Klinge wurde ein "wakige"-Schnitt vorgenommen, also quer durch den Brustkorb.

Zum besseren Verständnis empfehlen wir zu diesem Thema folgendes (englischsprachige) Buch:
"Tameshigiri - The History and Development of Japanese Sword Testing" von Markus Sesko

Bewertung
Hawley 10 Punkte
Toko Taikan 2 Mio. Yen.
771
Preis
17.500,00 €
767 a

KATANA 無銘 (壽命)

63,6cm, sori 1,5cm, Breite am hamachi 2,97cm, motokasane 0,68cm, shinogi zukuri, chu kissaki, gunome midare hamon, itame hada, sehr gute Politur, o-suriage nakago, 2 mekugi ana, unsigniert, zugeschrieben an: "SHINTO JUMYO", durch Hozon Papier der NBTHK , Mino-Provinz, um 1680. Im Shirasaya.

Koshirae: Sehr schöne buke-zukuri-Montierung, Fuchigashira zusammenpassend in shakudo-nanako mit goldenen Helmen, schöne, guterhaltene mokko- Eisentsuba mit Vogel und Wolkenmotiv, teilvergoldet, Griff mit goldfarbener Seidenwicklung, menuki Früchte in shakudo mit Gold, schwarze roiro Lacksaya, alles Edo-Zeit.

Jumyo wurde auch Hikogoro Jumyo genannt (Hikogoro war sein Jungenname). Sein bürgerlicher Name war Kondo Sozaemon. Er arbeitete in den Provinzen Mino und Owari. 1683 erhielt er die Hokkyo-Priesterwürde. Er starb 1703 im Alter von 84 Jahren.

Die JUMYO-Schule entwickelte sich aus den Yamato- und Soshu- Traditionen, ähnlich wie die Mino-Schule. Ihre Schmiede zogen während der späteren Kamakura-Zeit nach Mino und arbeiteten in einem Stil, der dem Mino-Stil teilweise sehr ähnlich ist und oft mit diesem verwechselt wird. Die Jumyo-Schule arbeitete von etwa 1330 bis zum Ende der Edo-Periode(1868) und war sehr produktiv. Die Shinto Jumyo Schmiede sind in allen Werken der Schwertliteratur verzeichnet. Diese Klinge dürfte etwa un 1680 entstanden sein.

Der Name Jumyo bedeutet wörtlich Langes Leben und die Klingen galten als glückverheißend. Ihre Träger versprachen sich von ihnen Glück und Langlebigkeit. Außerdem galten sie als sehr scharf, was im Kampf vermutlich zur Langlebigkeit beitrug.

Literatur/Bewertung:

Bewertung
Hawley 15 Punkte
Toko Taikan 1,8 Mio. Yen
767
Preis
5.600,00 €
766 a

TACHI 延寿

70,9cm, sori 2,4cm, kasane 0,66cm, motohaba 3,07cm, sakihaba 2,03cm, shinogi zukuri, chu- kissaki, komaru boshi, hamon chu-suguha in ko-nie-deki mit ashi, sunagashi und kinsuji. Ko- itame hada und mokume, ji-nie mit chikei, deutliches utsuri, sehr gute Politur, ubu nakago, 1 mekugi ana, o-suriage, unsigniert, zugeschrieben an: „ENJU“, durch Juyo Token Papier der NBTHK, Ko-Enju-Schule, späte Kamakura-Zeit, ca. 1275-1303. Fehlerfreie Klinge von eleganter Form.


Montierung:
Shirasaya.

Gründer der Enju-Schule war der Schmied Enju Hiromura. Er kam aus Yamato und arbeitete und studierte dort zunächst unter Norihiro in der Tradition der Shikkake-Schule. Um 1250 ging er nach Kyoto und arbeitete bei dem berühmten Rai Kuniyuki. Sein Sohn Enju Taro Kunimura heiratete sogar eine Tochter von Rai Kuniyuki. Kunimura zog später in die Higo Provinz und arbeitete in der Gegend von Kikuchi, wo die Enju-Schule noch bis in Muromachi Periode hinein tätig war. Man teilt die Enju-Klingen in 3 Perioden: Ko-Enju(späte Kamakura-Zeit), Chu-Enju(Nambokuchyo-Zeit) und Sue-Enju(Muromachi-Zeit)

Die vorliegende Klinge wird als sehr frühe Enju Arbeit(Ko-Enju) eingeordnet. Auch die Yamato Provenienz läßt sich nicht verleugnen. Die meisten Elemente stammen natürlich von der Yamashiro-Rai-Schule. Obwohl Hiromura und Kunimura bei Rai Kuniyuki studierten, erinnert diese Klinge noch mehr an die Arbeiten seines Sohnes, Rai Kunitoshi. Das würde zeitlich auch passen. Top-Arbeiten der Ko-Enju-Schule sind von Wert und Qualität durchaus den Arbeiten der Rai-Schule gleichzusetzen und nicht wenige haben in Japan den Tokubetsu-Juyo-Status erhalten.


Bewertung
Hawley 150 Punkte
Toko Taikan 10 Mio. Yen
Fujishiro Sai-Jo-Saku
766
Preis
27.500,00 €