771 a
771 b
771 c
Zurück zur Übersicht

KATANA 陸奥会津住爲直

69,7cm, sori 1,1cm, motohaba 3,10cm, motokasane 0,65cm, shinogi-zukuri, hamon: notare mit gunome, itame hada. sehr gute Politur, ubu nakago mit 2 mekugi ana, signiert omote: "MUTSU AIZU JU TAMENAO" , Schärfetest ura: "OITE EDO KYOWA 3 GAI TOSHI 3 GATSU 28 HI YAMADA YOSHITAKA WAKIGE DODAN BARAI", mit Tokubetsu Hozon Papier der NBTHK, Iwashiro- Provinz, Tadayoshi-Schule, Shinto Periode, gefertigt etwa zwischen 1801 und 1803. Im Shirasaya.

Koshirae: original- Shingunto-Montierung aus dem 2ten Weltkrieg. Komplett und von außergewöhnlich gutem Erhaltungszustand. Auf dem Kashira ist, wie es bei Offizieren aus Adelsfamilien üblich war, das Familienwappen(kamon) in Silber aufgebracht. Abkömmlinge von Samurai- Familien, die im 2ten Weltkrieg als Offiziere der kaiserlichen Armee dienten, hatten das Recht, die ererbten Familienklingen als Ordonnanzwaffen bei diesem wohl letzten kriegerischen Einsatz zu führen.

Tamenao arbeitete etwa von 1801 bis 1844. Er war der Sohn der 7ten Generation Aizu-Shimosaka Tametaka und hieß mit bürgerlichem Namen Shimosaka Daikichi. Er signierte auch mit "Tamenobu". Das Datum der Herstellung dieser Klinge läßt sich ziemlich genau bestimmen, da der Schnitttestvom Schwerttester Yamada Yoshitaka 1803 durchgeführt wurde und dieser wahrscheinlich direkt nach der Herstellung erfolgte. Übersetzung des tameshi-mei: "Am 28. März 1803 in Edo zerteilte Yamada Yoshitaka einen Körper bis zum dodan mit einem Wakige-Schnitt" (dodan ist der Erdhügel, auf dem die Körper befestigt wurden).

Das Testen von Klingen an Körpern, "tameshigiri" genannt, war ein Monopol des Tokugawa Shogunats und wurde bis ins 19.Jh. praktiziert. Es wurde zumeist an Leichen hingerichteter Verbrecher, aber auch an zum Tode Verurteilten durchgeführt.
Die getesteten Klingen sind zumeist älter als der Test selbst. Bei dieser Klinge ist das anders. Die aktive Zeit des Schwerttesters Yoshitaka fällt genau in die Herstellungszeit der Klinge.
Für den Besitzer eines Schwerts hatte eine Inschrift mit einem erfolgreichen Test einen enormen Wert. Die Prozedur war jedoch sehr formalisiert, stand unter strenger Kontrolle der verantwortlichen Beamten des Shogunats und war wohl auch für die damaligen Verhältnisse enorm kostspielig. Man findet dieses "saidan mei" oder auch "tameshi mei" zumeist nur auf sehr hochwertigen Klingen. Die besten Klingen konnten bis zu 7 Körper übereinander mit einem Hieb durchtrennen.
Das Testergebnis wurde dann in die Angel eingeschlagen. Mit der vorliegenden Klinge wurde ein "wakige"-Schnitt vorgenommen, also quer durch den Brustkorb.

Zum besseren Verständnis empfehlen wir zu diesem Thema folgendes (englischsprachige) Buch:
"Tameshigiri - The History and Development of Japanese Sword Testing" von Markus Sesko

Bewertung
Hawley 10 Punkte
Toko Taikan 2 Mio. Yen.
771
Preis
17.500,00 €